Das vegetative Nervensystem kontrolliert automatisch zusammen mit dem endokrinen System (Hormonsystem; endokrin = nach innen direkt ins Blut) wichtige Funktionen des (menschlichen) Organismus wie beispielsweise Herzschlag, Atmung, Blutdruck, Verdauung und Stoffwechsel. Der Funktionszustand der inneren und äusseren Organe wird kurzfristig auf die jeweils aktuellen Bedürfnisse des Organismus abgestimmt, denn die Steuerung über Nervenimpulse ermöglicht eine sehr rasche Anpassung. Das endokrine System regelt demgegenüber die längerfristige Einstellung der Organfunktionen. Im Normalfall steht das Vegetative Nervensystem nicht unter bewusster Kontrolle.
Das vegetative Nervensystem, deren zentrale Anteile im Hirnstamm, Hypothalamus und Rückenmark liegen, gliedert sich in einen sympathischen Anteil (Sympathikus) und in einen parasympathischen Anteil (Parasympathikus), welche als Gegenspieler wirken.

Vegetatives Nervensystem mit Sympathikus und Parasympathikus. Quelle: Wikipedia
Eine Aktivierung des Sympathikus (Neurotransmitter Noradrenalin) versetzt den Organismus in einen Zustand erhöhter Leistungsbereitschaft: Herzkraft, Herzfrequenz und Blutdruck steigen, die Muskeldurchblutung nimmt zu, die Bronchien erweitern sich (bessere Atmung), zwecks besserer Energieversorgung wird in der Leber Glukose aus den Glykogenspeichern freigesetzt und Fettdepots vermehrt abgebaut, alle Verdauungsvorgänge eingeschränkt und die Pupillen weitgestellt.
Der Parasympathikus (Neurotransmitter Acetylcholin) wird hingegen in Ruhephasen (Regenerationsphasen) des Organismus aktiviert: Das heisst Verringerung von Herzkraft und Herzfrequenz, Blutdruckabfall und Engstellung der Bronchien, Speichelfluß, verstärkte Tätigkeit des Verdauungstraktes und Pupillenverengung.
Jens Christian Heuer
[...] reagiert das Vegetative Nervensystem. Bei einem Blutdruckabfall nimmt die Aktivität des Sympathikus mit seinem Neurotransmitter [...]